Übungen

Meditation

Diese Anleitungen sind in erster Linie für Anfänger oder zum Reinschnuppern gedacht. Dabei muss nicht bei jeder Übung eine spezielle Haltung eingenommen werden, sondern kann auch in den Alltag integriert werden. In diesem Zusammenhang wird häufig von Achtsamkeit oder der Praxis des Zen gesprochen. Auch kann eine Übung ein ganzes Ritual umfassen, soll aber eine meditative Geisteshaltung fördern. Für den Anfänger ist es dabei besonders wichtig nicht nur zur Ruhe zu kommen und sich zu öffnen, sondern sich dabei nicht in den Erwartung über die Wirkung der Praxis zu verlieren. Ebenso sollten Veränderungen im Geist nicht überbewertet oder idealisiert werden, sondern ruhig und nüchtern beobachtet werden. So stellt man sicher, dass man auch auf Dauer einen Fortschritt erzielt und auch weiterhin offen für Veränderungen bleibt. Wenn man jede kleine Erkenntnis bereits für Erleuchtung hält, dann wird man sie logischerweise niemals erreichen. Meditation soll dich daher in erster Linie Geduld & Zurückhaltung lehren, denn damit folgt auch alles andere. 


#1 (Meditation für Anfänger)

Nehme eine Position ein in der du längere Zeit verweilen kannst. Versuche dabei deine Wirbelsäule gerade und entspannt zu halten. Eine aufrechte Körperhaltung hilft dir zudem deinen Kopf aufrecht zu halten und hindert dich am Einschlafen. Komme nun zu tiefer Ruhe indem du einfach nur die Bewegung deines Atems beobachtest, ohne ihn dabei selber zu beeinflussen. Beobachte als Anfänger wie oft deine Aufmerksamkeit dabei immer wieder von irgendwelchen Gedanken abgelenkt werden. Versuche diese aber nicht krampfhaft einzudämmen, sondern registriere einfach wie laut der Verstand ist. So erzeugst du keinen neuen Lärm und kommst schnell zu tiefer Ruhe und deiner ersten Meditationserfahrung. 

Wenn du regelmäßig auf diese Weise meditiertst, wirst du auch bald im Alltag zu einer tiefen Ruhe kommen. Zudem wirst du eine große Geduld entwickelt, lernen deine Gedanken besser zu strukturieren und deine Zeit effektiver zu nutzen und genießen. 


#2 (Übung zur Steigerung des Raumgefühls & Achtsamkeit beim Essen & Trinken)

Nehme dir eine Schüssel und fülle einen Krug mit Wasser. Setze dich nun für eine gewisse Zeit hin und komme zur Ruhe. Betrachte anschließend die beiden Gefäße und sehe sie als das was sie sind und was sie enthalten. Dann schütte das Wasser des Kruges in die Schüssel und beobachte wie das Wasser die Behälter wechselt und einen dritten Raum durchdringt. Mache dir auch die Herkunft des Wassers bewusst und wie viel es dir gibt. Nun nehme die Schüssel in beide Hände, bündel noch einmal deine ganze Aufmerksamkeit und trinke das Wasser mit so viel Dankbarkeit und Erstaunen wie nur möglich. Fühle die Nässe, die Kühle, das Gefühl von gestilltem Durst. Es gibt buchstäblich unendlich viele Dinge denen man Beachtung und Dankbarkeit schenken kann, doch das Natürlichste wird schnell vergessen: Wasser.

Wiederhole diese Übung ein- bis zweimal am Tag oder auch sonst, wenn du etwas trinkst oder isst.

Beobachte wie sich dein Verständnis über Sinn und Wirkung dieser Übung ganz von selber entfaltet. 

Was man aber meist als erstes merkt: Es schmeckt besser!


#3 (Eine Meditation für alle Musik-Fanatiker)

Wiederhole die Meditation #1  wie üblich, doch konzentriere dich nicht auf deinen Atem oder deinen Gedankenfluss, sondern auf Musik. Erstelle dir dafür eine Playlist aus ruhiger Musik oder höre eine ganze Symphonie. Versuche dabei auf jeden einzelnen Klang zu achten. Dabei wirst du merken, dass durch die erhöhte Konzentration die eigenen Gedanken zur Ruhe kommen und die Wahrnehmung klarer wird. Auch merkst du, dass du absolut nichts tun musst um deinem Gehör zu lauschen und dass in dieser Einfachheit eine sehr große Befriedigung verborgen liegt.

Diese Meditation ist für Anfänger vielleicht noch besser geeignet als #1 da man nicht gleich mit seinen unruhigen Gedanken konfrontiert wird, sondern einen angenehmen Konzentrationsfokus hat. 


Weitere Übungen werden folgen